Interview mit BIOGAST-Geschäftsführer Horst Moser

„Wir müssen gemeinsam wachsen, nicht gegeneinander.“

Ein Gespräch mit Horst Moser, Gründer und Geschäftsführer von BIOGAST, über die Zukunft des Bio-Fachhandels, seine Motivation hinter der Bio-Plattform für Obst und Gemüse und warum Vielfalt mehr verbindet als trennt.

Horst Moser von Biogast

Herr Moser, was hat Sie dazu motiviert, die Bio-Plattform für Obst und Gemüse zu initiieren?
Der Bio-Fachhandel muss sich heute gegen Handelsriesen behaupten, die mit aggressiver Preispolitik und einer industrie- und marketingorientieren Einstellung zu Bio arbeiten. Im Bio-Fachhandel hingegen ist Bio keine Mode, sondern Kernphilosophie. Dort geht es darum, die besten und hochwertigsten Lebensmittel, die es im Handel gibt, anzubieten. Für mich war klar: Wenn wir diesen Anspruch halten wollen, der Bio einst groß gemacht hat, dann müssen wir enger zusammenarbeiten. Nicht als Konkurrenten, sondern als Partner mit einer gemeinsamen Vision. Aus dieser Überzeugung heraus ist die Idee zur Bio-Plattform entstanden: Erfolg durch die Kraft der Gemeinschaft.

Was ist die Vision dahinter?
Wir wollen Österreichs führende Bio-Plattform für Obst und Gemüse für den Bio-Fachhandel und die Bio-Gastronomie schaffen. Eine Plattform, die die besten österreichischen Bio-Produzenten und Bio-Betriebe vereint, die kurze, effiziente Prozesse garantiert, mit einer herausragenden Innovations- und Umsetzungskraft und einer kompromisslosen Qualitätsorientierung. Die österreichischen Bioläden sollen auf diesem Weg Top-Lebensmittel in größtmöglicher Vielfalt erhalten, mit denen sie sich vom konventionellen Lebensmitteleinzelhandel abheben können.

Welche konkreten Vorteile bringt die Bio-Plattform dem Bio-Handel?
Weniger doppelte Tätigkeiten. Mehr Planungssicherheit. Bessere Performance. Bessere Wirtschaftlichkeit. Biohändler können über die Bio-Plattform Mengen, Qualitäten und Lieferungen klar planen und abstimmen – vom Feld bis ins Geschäft. Das reduziert Verluste, spart Ressourcen und Kosten, verbessert die Qualität und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit.

Und wie sieht der langfristige Plan aus?
Langfristig wollen wir gemeinsam eine stabile, faire und zukunftsfähige Bio-Infrastruktur gestalten – für Produzenten, Händler und Konsumenten gleichermaßen. Die Bio-Plattform ist kein Projekt von heute auf morgen. Sie ist ein Prozess. Es geht darum, einander zuzuhören, sich abzustimmen, Neues auszuprobieren – und vor allem: gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Bio und Vertrauen gehören zusammen. Und Vertrauen entsteht, wenn man Dinge gemeinsam besser macht.

Mir ist ein persönliches Anliegen, dass die Werte, die die Bio-Branche ursprünglich ausgemacht haben, auch in Zukunft erhalten bleiben. Und dafür werden wir uns massiv einsetzen.